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Kita-Teams arbeiten unter besonderen Bedingungen: Schichtdienst, Personalmangel, wenig gemeinsame Zeit ohne Kinder. Ein Teamtag ist da etwas Kostbares – und genau deshalb lohnt es sich, ihn gut zu nutzen.
01Warum Teamtage in der Kita besonders kostbar sind
In vielen Kitas ist ein Teamtag nur möglich, wenn die Einrichtung schließt. Wie viele Schließtage es im Jahr geben darf, regeln die Bundesländer und die Träger – und Konzeptions- oder Teamtage werden in mehreren Ländern auf diese Höchstzahl angerechnet. Jeder Teamtag konkurriert also mit Ferien, Konzeptionstagen und Fortbildungen.
Ein Kita-Jahr: Teamtage konkurrieren mit allem anderen
Ferien / SchließzeitKonzeptionstagFortbildungTeamtag
Schematisches Beispiel, keine echten Zahlen. Wie viele Schließtage zulässig sind, regeln die Bundesländer und die Träger.
Dazu kommt: Im Alltag ist kaum Zeit für Gespräche über die Zusammenarbeit. Teambesprechungen sind oft vollgepackt mit Organisatorischem.
02Konflikte im Kita-Team: oft leise, aber wirksam
Fachtexte aus der Kita-Praxis beschreiben ein wiederkehrendes Muster: Konflikte im Team werden häufig nicht offen ausgetragen, sondern laufen unterschwellig oder werden tabuisiert. Gleichzeitig gelten sie dort ausdrücklich nicht nur als Störung – Konflikte sind auch ein Motor, um soziales Verhalten zu lernen. Als Wege, mit ihnen umzugehen, werden Moderation, Supervision und Mediation genannt, und der Leitung kommt eine wichtige Rolle zu.
- Unstimmigkeiten werden eher in der Pause oder unter vier Augen besprochen als im Team.
- Gruppen arbeiten nebeneinander statt miteinander – „bei uns machen wir das so“.
- Neue Kolleg:innen spüren Regeln, die nirgends stehen.
- Wenige tragen viel, weil Zuständigkeiten nie richtig geklärt wurden.
Wie man solche Spannungen einordnet, beschreibt Wann sollte ein Teamkonflikt moderiert werden?.
03Ein Teamtag als Startpunkt: ein Fall aus der Praxis
Für das Team einer Kita gestaltete Crew Up einen Konzepttag als Auftakt einer längerfristigen Teamentwicklung. Im Mittelpunkt standen Kommunikation, Struktur, Verantwortung und Arbeitsfähigkeit.
Ziel war nicht, an einem Tag alles zu lösen, sondern Zusammenarbeit gemeinsam anzuschauen, Muster sichtbar zu machen und wenige Hebel für die weitere Arbeit zu priorisieren. Übungen dienten als Spiegel: Wie wird unter Druck koordiniert? Wer übernimmt Verantwortung? Am Ende stand eine Ergebnis- und Transferdokumentation, mit der das Team weiterarbeitet.
Den ganzen Fall zeigt die Seite Praxis.
04In fünf Schritten zu einem wirksamen Kita-Teamtag
- 1Ziel mit der Leitung klären
Was soll nach dem Tag anders sein? Und welche Themen gehören eher in einen anderen Rahmen?
- 2Das Team einbeziehen
Kurz vorher abfragen, was die Kolleg:innen beschäftigt – das erhöht die Bereitschaft und schärft das Ziel.
- 3Erleben und Auswerten verbinden
Gemeinsame Aufgaben, die Zusammenarbeit sichtbar machen – und danach Zeit, darüber zu sprechen.
- 4Wenige Themen priorisieren
Lieber zwei Themen wirklich klären als zehn anreißen.
- 5Dokumentieren und nachfassen
Ergebnisse festhalten und einen Termin vereinbaren, an dem ihr weiterarbeitet – etwa in einer Teambesprechung.
Beides ist legitim. Aber ein Tag, der Zusammenarbeit verändern soll, braucht eine andere Planung als ein gemeinsamer Ausflug.
05Warum wir in Kitas gern erlebnisorientiert arbeiten
Muster sichtbar machen, ohne dass es persönlich wird
Gerade wenn Konflikte leise laufen, helfen erlebnisorientierte Übungen: Sie schaffen Situationen, in denen Kommunikation, Koordination und Rollen beobachtbar werden – ohne dass jemand „angeklagt“ wird. Danach wird gemeinsam ausgewertet, entlang der Wirklogik Erleben → Verstehen → Entscheiden → Handeln.
Für einen ersten Teamtag passt oft Connect. Wenn mehr ansteht, kann daraus eine Begleitung über mehrere Etappen werden – wie die Change Map.
06Mini-Check für euer Kita-Team
Drei Fragen vor dem nächsten Teamtag
Werden Unstimmigkeiten bei euch eher unter vier Augen als im Team besprochen?
Ist unklar, wer im Team wofür zuständig ist – etwa bei Elternarbeit oder Übergängen?
Hatte euer letzter Teamtag keine Fortsetzung im Alltag?
Gute Ausgangslage. Nutzt den Teamtag für Verbindung und ein Thema, das euch weiterbringt – etwa mit Connect.
Plant den Tag als Arbeitstag. Gebt dem offenen Thema einen festen Platz im Programm und vereinbart ein Nachfassen.
Ein Tag allein wird nicht reichen. Plant ihn als Auftakt mit Dokumentation und Folgeterminen. Im Vorgespräch klären wir, wie das für euer Team aussehen kann.
Was oft noch offen bleibt
Ist ein Konzeptionstag dasselbe wie ein Teamtag?
Nicht ganz. Am Konzeptionstag arbeitet das Team meist an der pädagogischen Konzeption und Jahresplanung. Ein Teamtag stellt die Zusammenarbeit selbst in den Mittelpunkt. Beides lässt sich verbinden, wenn es bewusst geplant ist.
Muss die Kitaleitung beim Teamtag dabei sein?
In der Regel ja, weil Vereinbarungen am Ende von ihr mitgetragen werden müssen. Ist die Leitung selbst Teil eines Konflikts, klären wir vorher, wie damit umgegangen wird.
Arbeitet Crew Up auch mit Trägern mehrerer Kitas?
Ja, auch übergreifende Formate sind möglich. Der Rahmen wird im Vorgespräch geklärt.
- Schließtage sind Ländersache; Konzeptions- und Teamtage werden in mehreren Ländern angerechnet: kita.de, „Wenn die Kita schließt: Schließtage und Notbetreuung“.
- Konflikte im Kita-Team laufen oft unterschwellig oder werden tabuisiert: Andrea Steinke, „Konflikte im Team“, nifbe – Kita-Einstieg Wissen kompakt (2019), PDF bei fruehe-chancen.de.
- Konflikte als Lernanlass, Rolle der Leitung, Moderation/Supervision/Mediation: Kathrin Hohmann, „Konflikte im Team“, KiTa Fachtexte / nifbe (2018), PDF bei nifbe.de.
Veröffentlicht am 19. Oktober 2026 · Verfasst von Frederik Wilkening · Modelle mit dem Zusatz „Crew-Up-Modell“ sind eigene Arbeitsmodelle, keine Forschungsergebnisse.
